Europa

Nach Drohnenvorfall: Rumänien schließt russisches Generalkonsulat in Constanta

Rumänien hat nach einem Drohnenvorfall die Schließung des russischen Generalkonsulats in Constanța beschlossen und den Generalkonsul zur Persona non grata erklärt. Bukarest macht Moskau für den Vorfall verantwortlich. Das russische Außenministerium kündigte Gegenmaßnahmen an.

Rumänien hat wegen eines Drohnenvorfalls die Schließung des russischen Generalkonsulats in Constanța beschlossen. Der russische Generalkonsul in Constanța wurde zur Persona non grata erklärt. Dies teilte Präsident Nicușor Dan nach einer Sitzung des Obersten Verteidigungsrates des Landes mit:

"In der vergangenen Nacht gab es einen schweren Zwischenfall, bei dem zwei Menschen verletzt wurden. Die Verantwortung dafür liegt vollständig bei Russland. Der russische Generalkonsul in Constanța wurde zur Persona non grata erklärt und das Konsulat in Constanța wird geschlossen."

Auslöser dieser Entscheidung war ein nächtlicher Vorfall am 29. Mai in Galați nahe der ukrainischen Grenze. Eine Drohne war in ein mehrstöckiges Wohnhaus eingeschlagen und hatte einen Brand verursacht. Insgesamt wurden rund 70 Menschen evakuiert. Zwei Personen wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, zwei weitere wurden medizinisch versorgt.

Die rumänischen Behörden machen Russland für den Vorfall verantwortlich. Außenministerin Oana Țoiu sprach von einer "schweren und unverantwortlichen Eskalation durch die Russische Föderation" und kündigte diplomatische Gegenmaßnahmen an. Das Außenministerium bestellte den russischen Botschafter in Bukarest ein. Der Diplomat muss das Land in Kürze verlassen.

Rumänien informierte zudem seine NATO-Partner über den Vorfall. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, das Bündnis unterstütze Rumänien und werde über die Lage beraten. Laut Angaben der Regierung in Bukarest soll ein dringendes NATO-Treffen einberufen werden. Parallel dazu kündigte Premierminister Ilie Bolojan die Unterzeichnung eines Vertrags zur Lieferung von Anti-Drohnen-Systemen im Rahmen des europäischen Programms SAFE an.

Auch aus Moskau gab es Reaktionen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Präsident Wladimir Putin sei über den Vorfall informiert worden. Die russische Delegation in Astana konzentriere sich derzeit jedoch voll und ganz auf die bilateralen Gespräche mit Kasachstan sowie auf Themen der Eurasischen Wirtschaftsunion. "Was dort geschehen ist, fällt in keiner Weise unter die eine oder die andere Kategorie", bemerkte er.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kündigte an, dass die russischen Gegenmaßnahmen auf die Entscheidung Rumäniens nicht lange auf sich warten lassen werden. Zudem bezeichnete sie die Debatte um den Drohnenvorfall als gezielte Ablenkung. Die "Aufregung" darüber werde genutzt, um von einem ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule in Starobelsk abzulenken.

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