Liveticker Ukraine-Krieg – Medien: Kiew befürchtet Zugeständnisse Trumps an Putin

12.10.2026 21:30 Uhr
21:30 Uhr
Bild: Kiew befürchtet Zugeständnisse Trumps an Putin
In ukrainischen Regierungskreisen wächst die Sorge, dass US-Präsident Donald Trump seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin entgegenkommen könnte. Dies berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Quellen.
Demnach befürchten ukrainische Regierungsvertreter, Trump könnte Zugeständnisse an Moskau machen, um von anderen Problemen abzulenken oder die Kraftstoffpreise in den USA vor den Zwischenwahlen am 3. November zu senken.
Anlass zur Sorge gibt in Kiew unter anderem Trumps Ankündigung vom 9. Oktober, mit Putin eine Vereinbarung über die Lieferung von Dieselkraftstoff auf die Weltmärkte getroffen zu haben. In der Folge nahm das US-Finanzministerium russische Diesellieferungen bis April 2027 teilweise von den Sanktionen aus. Die russische Regierung teilte ihrerseits mit, das Exportverbot für Dieselkraftstoff ab dem 10. Oktober teilweise gelockert zu haben.
Die Bild weist zugleich darauf hin, dass eine Konfrontation mit Trump, dessen Popularität sinke, für zahlreiche Politiker von Vorteil sein könnte. Dazu zähle auch der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij, da eine solche Auseinandersetzung die Unterstützung im eigenen Land stärken könne.
Auch Trumps jüngste Äußerungen zu einer möglichen Friedensvereinbarung dürften die Besorgnis in Kiew verstärken. Der US-Präsident erklärte, Moskau sei an einer Vereinbarung interessiert, während Selenskij diese ablehne. Zugleich forderte er den ukrainischen Präsidenten auf, Wahlen abzuhalten. Selenskij hätte den Krieg schon lange beenden und eine Vereinbarung treffen können, sagte Trump.
Darüber hinaus erklärte Trump, Russland und die Ukraine hätten sich auf eine Energie-Waffenruhe verständigt. Selenskij betonte hingegen, dass alle Schritte zur Deeskalation gegenseitig erfolgen müssten. Wahlen in der Ukraine seien möglich, wenn eine 60-tägige Waffenruhe eingehalten werde.
21:11 Uhr
CNN: USA drohen Ukraine wegen Angriffen auf russische Ölobjekte mit Waffen-Lieferstopp
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sich demnach direkt an ukrainische Regierungsvertreter und hochrangige Militärs gewandt und damit gedroht, Waffenlieferungen und den Austausch von Geheimdienstinformationen einzustellen. Dies berichten CNN und The Kyiv Independent unter Berufung auf Quellen.
Washington forderte Kiew demnach auf, weitere Angriffsversuche auf russische Ölanlagen einzustellen. Sollten die Angriffe fortgesetzt werden, müsse die Ukraine mit Konsequenzen rechnen. The Kyiv Independent zitiert einen ukrainischen Beamten:
"Sie haben alle hochrangigen Militärvertreter angerufen und ihnen gedroht."
Mehrere ukrainische Regierungsvertreter erklärten der Zeitung gegenüber, die ukrainische Führung sei nicht vorab über Trumps Ankündigung einer Energie-Waffenruhe mit Russland informiert worden. Nach der Erklärung des US-Präsidenten sei Druck auf Kiew ausgeübt worden, die vereinbarte Feuerpause im Energiebereich einzuhalten.
Der Kreml teilte mit, die Kontakte über eine mögliche Energie-Waffenruhe dauerten an. Kremlsprecher Dmitri Peskow ließ jedoch offen, ob bereits eine Vereinbarung erzielt worden sei und welche Bedingungen dafür gelten könnten. Auch die Frage, ob eine mögliche Feuerpause nur Ölraffinerien oder weitere Energieanlagen umfassen würde, beantwortete er nicht.
Die Financial Times hatte zuvor unter Berufung auf europäische Regierungsvertreter berichtet, die Trump-Regierung drohe damit, den Mechanismus für den Waffenkauf zugunsten der Ukraine auszusetzen, um Kiew zur Einstellung der Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zu bewegen. Dem Bericht zufolge drohe Washington zudem, den Austausch von Geheimdienstinformationen einzustellen.
20:58 Uhr
Russland meldet Angriff auf vier Lokomotiven für ukrainische Streitkräfte
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums haben die russischen Streitkräfte vier Lokomotiven angegriffen, die zugunsten der ukrainischen Streitkräfte eingesetzt worden seien.
In der Nähe der Stadt Odessa sowie der Orte Kriwoi Rog und Pjatichatki im Gebiet Dnjepropetrowsk hätten Kamikaze-Drohnen vom Typ "Geran" die Lokomotiven getroffen, teilte das Ministerium mit.
Das russische Verteidigungsministerium betont immer wieder, dass seine Streitkräfte ausschließlich militärische und energetische Einrichtungen der Ukraine sowie die damit verbundene Infrastruktur angreifen.
20:40 Uhr
Peskow: "Europäer sind Kriegspartei, die Ende dieses Krieges verhindern wollen"

Bei seiner Pressekonferenz am Montag unterstrich Kreml-Sprecher Dmitri Peskow einmal mehr, dass Russland kein Interesse an einem Waffenstillstand hat und einen dauerhaften Frieden anstrebt.
Auf die Frage, ob die widersprüchlichen Äußerungen aus Washington und Brüssel eine Spaltung des westlichen Lagers offenbaren – US-Präsident Donald Trump hatte einen Wechsel in Kiew gefordert, woraufhin die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der britische Premier Andy Burnham im Gegenzug betonten, dass sie weiterhin hinter dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij und dem aktuellen Kurs stehen – entgegnete der Sprecher des Präsidenten:
"Die Europäer gehören eindeutig nicht zur Partei des Friedens", sondern seien eher eine "Kriegspartei, die weiterhin alles unternimmt, um ein Ende dieses Krieges zu verhindern".
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
20:22 Uhr
Belgorod: Ein Toter und vier Verletzte bei ukrainischen Drohnenangriffen
Bei Angriffen der Ukraine auf sieben Gemeinden im Gebiet Belgorod ist ein Zivilist getötet worden, vier weitere Menschen wurden verletzt. Dies teilte die regionale Einsatzzentrale mit.
Der getötete Mann erlitt demnach schwere Verletzungen, als eine ukrainische Drohne einen Lastwagen nahe dem Dorf Krutoi Log angriff, hieß es in einer Mitteilung der Einsatzzentrale auf der Plattform Max.
19:53 Uhr
Kirowograd: Bewaffneter wirft Granaten auf Polizisten und eröffnet Feuer
Im Zentrum der ukrainischen Stadt Kirowograd hat ein mit einem Gewehr und Granaten bewaffneter Mann Schüsse abgegeben. Laut dem ukrainischen Fernsehsender TSN waren mindestens sechs Explosionen zu hören.
Nach Angaben des Senders Suspilne warf der Mann während eines Gesprächs mit Polizisten Granaten in Richtung der Beamten und begann anschließend zu schießen.
Die Polizei habe Maßnahmen zu seiner Festnahme eingeleitet. Zudem sei die Sonderoperation "Grom" ausgerufen worden, an der alle erforderlichen Einheiten beteiligt seien. Dies teilte die Sprecherin der Polizei des Gebiets Kirowograd, Oksana Kowtunenko, mit.
19:35 Uhr
Polens Verteidigungsminister fordert schnellere Aufrüstung der NATO
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz hat die NATO-Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, ihre Militärausgaben schneller zu erhöhen. Europa müsse das Ziel erreichen, bis 2030 fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung aufzuwenden, sagte er laut RIA Nowosti.
Auf dem NATO-Gipfel in Den Haag hatten sich die Mitgliedstaaten 2025 darauf verständigt, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen. "Meiner Ansicht nach können wir nicht bis 2035 warten, damit Europa stark wird. Wir müssen dieses Ziel bis 2030 erreichen", erklärte Kosiniak-Kamysz.
Polen investiere mehr und schneller in die Verteidigung als jedes andere Land Europas, betonte der Minister. Dabei gehe es nicht nur um militärische Fähigkeiten, sondern auch um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft und der Rüstungsindustrie.
Zudem sprach sich Kosiniak-Kamysz dafür aus, Waffen in Europa herzustellen. Eine Verlagerung der Produktion nach Asien, China oder Indien bringe keine Einsparungen, sondern verursache höhere Kosten und schwäche die Unabhängigkeit Europas.
Die Forderung nach einer schnelleren Aufrüstung fällt in eine Phase verstärkter Warnungen vor möglichen militärischen Bedrohungen. Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Giuseppe Cavo Dragone, hatte zuvor erklärt, das Bündnis sei auf einen möglichen bewaffneten Konflikt an seiner Ostflanke vorbereitet. Erst am Montag hatte Polen die NATO zudem dazu aufgerufen, sich auf einen möglichen "hybriden Angriff" Russlands vorzubereiten.
19:09 Uhr
Patriotische Demo in Jarosław: "Polen ist wie eine Drehtür für Banderisten"

In der polnischen Stadt Jarosław haben sich Hunderte Demonstranten versammelt, um strengere Einreisekontrollen zu fordern. Dabei haben sie auch die ukrainische Huldigung des ukrainischen Faschisten Stepan Bandera verurteilt. Anlass war die Ermordung eines örtlichen Priesters durch einen ukrainischen Staatsangehörigen am 24. September.
Die Veranstaltung wurde von der rechtskonservativ-patriotischen Partei "Ruch Narodowy" (zu Deutsch: Nationale Bewegung) organisiert. Ein Mitglied und Aktivist dieser Partei, Marcin Kowalski, erklärte vor Ort:
"Wir haben im Prinzip ein Land mit einer Drehtür, durch die praktisch jeder einreisen kann."Der ukrainische Täter versuchte, vier weitere Menschen zu töten, und verletzte dabei einige von ihnen schwer. Die polnische Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der ukrainische Messerstecher möglicherweise psychisch krank ist. Dadurch kämen strafmildernde Umstände infrage. Auf der Demo war laut und deutlich zu hören:
"Wir hier in Polen wollen Bandera nicht!"
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.18:48 Uhr
Russische Streitkräfte greifen zwei Frachtschiffe und ein Logistikzentrum an
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums haben die russischen Streitkräfte zwei Frachtschiffe mit Militärgütern sowie ein Logistikzentrum des ukrainischen Paketdienstes Nowa Poschta im Gebiet Nikolajew angegriffen.
Die beiden Frachtschiffe waren demnach auf dem Seeweg zu den Häfen Nikolajew und Odessa unterwegs. Das Schiff, das nach Nikolajew unterwegs war, habe Militärgüter transportiert, das für Odessa bestimmte Schiff militärische Güter und Güter mit doppeltem Verwendungszweck, so das russische Verteidigungsministerium.
Zudem sei am Montag ein Logistikzentrum von Nowa Poschta im Ort Ternowka im Gebiet Nikolajew getroffen worden. Die Einrichtung wurde demnach zur Lagerung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck genutzt, die zur Versorgung der ukrainischen Streitkräfte bestimmt waren.
18:18 Uhr
Russische Regionen melden weitere Opfer ukrainischer Attacken – Ein Toter und zehn Verletzte
Bei ukrainischen Angriffen auf das Gebiet Belgorod ist ein Zivilist getötet worden. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Zudem erlitt ein Mann bei einem Drohnenangriff auf ein Wohnhaus nahe Melitopol im Gebiet Saporoschje leichte Verletzungen. Dies berichten die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die regionale Einsatzzentrale und Gouverneur Jewgeni Balizki.
Im Dorf Kupino im Kreis Schebekino griff eine ukrainische Drohne ein Auto an. Dabei kam ein Zivilist ums Leben, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Eine Frau erlitt Splitterverletzungen an Augen, Armen und Beinen, ein Mann an Armen und Beinen. Beide werden im Gebietskrankenhaus Belgorod untersucht.
Weitere Verletzte gab es in Schebekino und Rakitino. In Schebekino erlitt ein Mann durch die Zerstörung einer Drohne eine Prellung oberhalb des Schlüsselbeins. Er wird ambulant behandelt. In Rakitino erlitten sechs Zivilisten durch die Detonation einer Drohne ein Knalltrauma. Auch sie werden ambulant behandelt.
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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

