Medien: EU betrachtet Alexander Stubb als Chefverhandler mit Moskau

Europa bereitet sich auf hochrangige Gespräche mit Russland vor, berichtet die Zeitung Helsingin Sanomat (HS) unter Verweis auf Quellen aus Diplomatenkreisen. Der Name des finnischen Präsidenten Alexander Stubb werde in dem Zusammenhang häufig genannt.

Nach Angaben internationaler Diplomaten wird Finnlands Präsident Alexander Stubb auf eine wichtige Aufgabe vorbereitet. Darüber berichtet die finnische Tageszeitung Helsingin Sanomat (HS) unter Berufung auf eigene Quellen. Stubb könne demnach eine zentrale Rolle in den Ukraine-Gesprächen mit Russland einnehmen, auf die sich Europa derzeit vorbereite.

In den damit verbundenen Spekulationen werde der Name von Präsident Stubb häufig genannt, da die Europäische Union nach einem Vertreter für mögliche Friedensgespräche suche.

Für ihren Bericht will die Zeitung zehn Quellen aus den diplomatischen Kreisen und staatlichen Behörden in verschiedenen europäischen Ländern interviewt haben. Wie es heißt, seien manche der Meinung, Stubb würde gerne Chefverhandler werden und könne dafür Unterstützung finden.

Die Vorbereitungen für die Verhandlungen mit Moskau befänden sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium, berichtet die HS weiter. Und es sei bisher unklar, wer und mit welchen Befugnissen nach Russland reisen werde. Ungewiss sei auch, ob überhaupt Gespräche stattfinden würden.

Europa befürchte, von den von den USA geführten Friedensgesprächen ausgeschlossen zu werden. Dabei hätten die Diskussionen über die Auswahl eines europäischen Unterhändlers einige Male an Fahrt aufgenommen, bevor sie wieder abflauten.

Die EU-Außenminister würden in der kommenden Woche in Zypern über die Ziele der Gemeinschaft sowie die Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen mit Moskau beraten, teilte das Blatt ferner mit. Das Thema dürfe auch auf der Tagesordnung des EU-Gipfels im Juni stehen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow gab kürzlich bei einer Pressekonferenz bekannt, Russland sei offen für Gespräche mit Europa.

"Wir glauben, dass Verhandlungen immer besser sind, als die Angelegenheit in eine totale Konfrontation zu treiben", erklärte Peskow. Und das sei genau das, was die Europäer aktuell tun.  

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